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Begegnungen in der Natur

Harzung der Kiefern

eine abgeharzte Fläche am Baum und daneben ein Harzerhobel © J. Heine
Das Bild zeigt einen der letzten abgeharzten Kiefernbestände aus der Zeit vor 1990 und einen Harzerhobel

Der Beitrag erinnert an die Berufsgruppe der Harzer, ihre Einsamkeit und körperliche Anstrengung bei der Waldarbeit.

Waldbestände der Kiefer, die ihr Höhen- und Dickenwachstum weitestgehend abgeschlossen hatten, wurden für die Gewinnung von Rohharz vorbereitet. In den Wintermonaten ist mit einem Bügel-Schaber die Borke bis unmittelbar bis vor dem Kambium entfernt. Länge und Breite einer Harzlachte waren dann die Grundlage für die Verlohnung der Harzer. Mit Beginn der Vegetationszeit zog der Harzer mittig auf der Lachte eine Tropfrinne. Am Ende der Tropfrinne wurde ein Topf mit einem Metallhalter angebracht. Wenige Tage später ist mit einem Harzhobel, in etwa 60° zur Tropfrinne, alle 3-4 Tage ein Riss gezogen.

Im Jahr wurden etwa 26 Risse angebracht. Die Lachte ist dann in den folgenden Jahren erweitert worden. Ein Kiefernstamm konnte so etwa 4-5 Jahre geharzt werden. Mit einer Sprühpumpe ist auf den frischen Riss eine Hefeaxtraktlösung aufgebracht, die den Harzertrag bis zu 30 % steigerte.

Von einer Kiefer erzielte der Harzer etwa 1,5 kg Harz im Jahr. In der Saison erntete er etwa 4 -5 t Rohharz. Jährlich sind in der DDR bis zu 14.000 t Rohharz geerntet worden.

Das Rohharz enthielt Kolophonium und Terpentinöl, die durch Destillation voneinander getrennt und in der Industrie weiter verarbeitet wurden. Das Holz im Innern der abgeharzten Kiefern war häufig mit Rotfäule befallen.
Jürgen Heine

Die Spechtschmiede

Ein abgebrochener Birkenbaum vor dem viele Kiefernzapfen liegen und eine Zeichenung vom Specht © J. Heine / Zeichnung A. Vogel
Foto: J. Heine , Zeichnung: Anika Vogel,2013

Der Specht sucht sich eine natürliche Enge im Baum. Er baut und formt diese Vertiefung mit seinem harten Schnabel dann so aus, dass er einen Zapfen von Fichte, Kiefer und Douglasie eng in diese Vertiefung einklemmen kann, um dann die Zapfenschuppen aufzuhacken und den Samen für sich als Nahrung zu gewinnen.

Hier hat er den Stamm einer umgebrochenen Birke zur Spechtschmiede umgezimmert. Die vom Samen leeren Zapfen werden dann unter dem Stamm entsorgt.

Frühlingserwachen

Bild
oben v.l.n.r. Geflecktes Lungenkraut, Buschwindröschen, März-Veilchen, unten v.l.n.r. Waldsauerklee, Echter Waldmeister, Frühlings-Scharbockskraut

Frühblüher nutzen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, die ungehindert durch die noch unbelaubte Krone den Boden erreicht. Sie haben allerdings nicht viel Zeit, um ihre Blüte lange in voller Schönheit zu präsentieren. Mit dem Laubaustrieb beenden die Frühblüher ihre Blütenpracht.

Goldgelber Zitterling

Foto von einem Pilz, dem “Goldgelber Zitterling“ auf einem Baum in einer herbstlichen Waldkulisse © H.-J. Heine

Der Goldgelbe Zitterling gehört zur Familie der Gallertpilze (Heterobasidiomycetes).

Der Fruchtkörper des Goldgelben Zitterlings wächst bei kühler und feuchter Witterung auf abgestorbenem Holz. Auf Wanderungen durch die Natur in feuchten und milden Wintermonaten ist der leuchtend gelbe Fruchtkörper anzutreffen.

Der Fruchtkörper ernährt sich überwiegend von den parasitären Pilzen und Flechten auf der Rinde.

Totholz ist voller Leben

Collage mit abgestorbenen Bäumen. Auf einem wachsen Moos und Farn. © H.-J. Heine

Wachsen und Absterben haben in der Pflanzenwelt eine ganz besondere Bedeutung. Totholz hat einen besonderen Wert für das Ökosystem der Natur. In ihm sind große Mengen an Nährstoffen gespeichert.

Der Zeitraum vom Zerfall eines Baumes zu Humus und dem Wiedereintritt seiner mineralischen Bestandteile in den Kreislauf der Natur wird von zahlreichen Tier,- Pilz- und Pflanzenarten als Lebensraum und Nahrungsquelle genutzt. Daher ist es wichtig Totholz zu erhalten.

In Wirtschaftswäldern wird gefordert, dass in Altholzbeständen, insbes. von Buchen, Eichen und Kiefern, Bäume in Form von Totholz, dauerhaft erhalten bleibt. Diese abgestorbenen Bäume werden mit einem „T“ gekennzeichnet. Sie dienen über Jahre vielen Vogelarten als Höhlenbaum, bevor sie irgendwann durch Insekten, Algen und Pilze zu Humus aufgeschlossen werden.

Jäger sind „Treuhänder“ des Wildes

Geweih von einem Rothirsch gefunden im Wald © J. Heine
„Fundtrophähe“ von einem Rothirsch

Das Jagdwesen genießt in der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Es ist heute mehr denn je geboten, die Achtung gegenüber dem Wild zu wahren und sich auf der Jagd weidgerecht zu verhalten. Die Jäger unternehmen viel Engagement um verträglich hohe Wildbestände für den Wald und die Landwirtschaft herzustellen, das Wild zu hegen und die Natur zu schützen.

Auf der Jagd gilt der Grundsatz altes, geschwächtes und krankes Wild ist vorrangig aus dem Wildbestand zu entnehmen. Die Jagd nach Trophäen und zum Gelderwerb, widerspricht der Moral der Jägerschaft.

Das Geweih wurde von Treibern auf einer Drückjagd, versteckt unter dichten Baumzweigen, gefunden. Der Hirsch ist auf der Einzeljagd von einem Jäger offensichtlich am Äser (Kieferbereich) getroffen. Eine Nachsuche ist nicht erfolgreich gewesen.

Jürgen Heine