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Prüfung Beschleunigte Grundqualifikation von Berufskraftfahrern anmelden

Rechtsgrundlage(n)

Volltext

Für Personen, die zuvor einer anderen Tätigkeit nachgegangen sind, und nicht die hohen Anforderungen der Prüfungsarten "Grundqualifikation Regelprüfung", "Grundqualifikation Quereinsteiger" oder "Grundqualifikation Umsteiger" erfüllen, aber dennoch eine bestimmte grundlegende Qualifikation erhalten wollen, bietet sich die beschleunigte Grundqualifikation an. Mit der beschleunigten Grundqualifikation wird gewährleistet, dass durch die Vermittlung besonderer tätigkeitsbezogener Fertigkeiten und Kenntnisse die Qualifikation der Fahrer von Kraftfahrzeugen verbessert wird.

Denn wer als Fahrer Beförderungen im Güter- oder Personenverkehr auf öffentlichen Straßen mit Kraftfahrzeugen durchführen will, für die eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE erforderlich ist, unterliegt der Pflicht zu einer Grundqualifikation oder beschleunigten Grundqualifikation und der Pflicht zur Weiterbildung.

Die beschleunigte Grundqualifikation wird erworben durch einen verpflichtend abzulegenden 140-stündigen Lehrgang bei einer nach § 9 BKrFQG staatlich anerkannten Ausbildungsstätte - oder jedoch längstens bis zum 02.12.2022 einer gesetzlich anerkannten Ausbildungsstätte - und durch das Bestehen einer ausschließlich theoretischen (schriftlichen) 90 Minuten dauernden Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer. 

Prüfungen zum Erwerb der beschleunigten Grundqualifikation sind:

  1. "beschleunigte Grundqualifikation Regelprüfung" gemäß § 2 Abs. 4 BKrFQV, 
  2. "beschleunigte Grundqualifikation Quereinsteiger" gemäß § 2 Abs. 7 BKrFQV (Prüfung „beschleunigte Grundqualifikation Regel-prüfung“ - reduziert um die theoretischen Teile, die bereits Gegenstand der Prüfung gemäß § 4 PBZugV oder gemäß § 5 GBZugV waren) oder
  3. "beschleunigte Grundqualifikation Umsteiger" gemäß § 3 BKrFQV (Prüfung „beschleunigte Grundqualifikation Regelprüfung“- reduziert um die theoretischen Teile, die bereits Gegenstand der zuvor nachgewiesenen Qualifikation waren).

Die Prüfung besteht aus Multiple-Choice-Fragen und Fragen mit direkter Antwort (z. B. Freitext, Lückentext oder Rechnungen, Auswertung von Grafiken und Piktogrammen) und der Erörterung von Praxissituationen.

Zuständige Stelle

Die Prüfung wird bei der für den Wohnsitz des Prüfungsteilnehmers zuständigen Industrie- und Handelskammer abgelegt. Die IHK ist zuständige Stelle im Sinne des Berufsbildungsgesetzes.

Erforderliche Unterlagen

Sofern es im Einladungsschreiben der IHK als erforderlich angesehen wurde, können als Hilfsmittel zugelassen werden: Schreibmaterial, netzunabhängiger, nicht programmierbarer Taschenrechner, Schreibunterlage, Lineal, Meterstab, Maßband (auch elektronisch).

Voraussetzungen

Der Prüfungsteilnehmer hat nachzuweisen, dass er

  • die Berufsreife beispielsweise durch erfolgreichen Besuch der Jahrgangsstufe 9 erworben hat.
  • das für die jeweilige Fahrerlaubnisklasse erforderliche Mindestalter erreicht hat (Für Fahrten im Güterkraftverkehr, bei denen die Führerscheinklasse C1 oder CE1 erforderlich ist, gilt ein Mindestalter von 18 Jahren. Für Fahrten im Güterkraftverkehr, bei denen die Führerscheinklasse C oder CE erforderlich ist, gilt ein Mindestalter von 21 Jahre. Bei Fahrten im Personenverkehr, bei denen die Führerscheinklasse D1, D1E, D oder DE erforderlich ist und Personen im Linienverkehr, bei Linienlängen von bis zu 50 Kilometer befördert werden, gilt ein Mindestalter von 21 Jahren. Bei Fahrten im Personenverkehr, bei denen die Führerscheinklasse D oder DE erforderlich ist, gilt ein Mindestalter von 23 Jahren.) und 
  • an der verpflichtend abzulegenden Ausbildung zur beschleunigten Grundqualifikation durch Vorlage der Teilnahmebescheinigung nach Anlage 3 zu § 11 Abs. 4 BKrFQV bzw. Bescheinigung, die auf Grundlage der Anlage 2a der bis zum Ablauf des 16.12.2020 gegoltenen Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung ausgefertigt worden ist, oder durch einen Eintrag im Berufskraftfahrerqualifikationsregister nach § 14 Nr. 3 BKrFQG teilgenommen hat.

Kosten(Gebühren, Auslagen, etc.)

Es fallen sowohl Gebühren für den Unterricht an den anerkannten Ausbildungsstätten als auch Prüfungsgebühren bei den IHK an. Deren Höhe können je nach anerkannter Ausbildungsstätte für die beschleunigte Grundqualifikation und zuständiger IHK unterschiedlich ausfallen. Welche Kosten verlangt werden, können bei den Trägern der Ausbildungsstätten und der jeweils zuständigen IHK erfragt werden.

Verfahrensablauf

Zum Erwerb der beschleunigten Grundqualifikation ist die Reihenfolge Teilnahme am Unterricht bei einer anerkannten Ausbildungsstätte und Ablegen der theoretischen Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer Unterricht unbedingt zu beachten.

A. Teilnahme am Unterricht bei einer anerkannten Ausbildungsstätte

Die Träger der anerkannten Ausbildungsstätten für die beschleunigte Grundqualifikation setzen Ort und Zeitpunkt des Beginns ihrer Lehrgänge fest. Da dies sehr unterschiedlich ausgestaltet ist, ist dies und ob ggf. Fristen bestehen beim jeweiligen Träger zu erfragen. Eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht trägt die anerkannte Ausbildungsstätte in das Berufskraftfahrerqualifikationsregister nach § 14 BKrFQG ein. Längstens bis zum 02.12.2022 können stattdessen Nachweise über die Unterrichtsteilnahme zur Vorbereitung einer Prüfung über die beschleunigte Grundqualifikation schriftlich ausgestellt werden.

B. Ablegen einer theoretischen Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer (IHK)

Die IHK setzt Ort und Zeitpunkt der Prüfung sowie die einzuhaltende Anmeldefrist fest. Der Prüfungsbewerber meldet sich schriftlich unter Angabe der Daten zur Person und der Prüfungsart [„beschleunigte Grundqualifikation Regelprüfung“, „beschleunigte Grundqualifikation Quereinsteiger“ und „beschleunigte Grundqualifikation Umsteiger“], auf einem Formular der IHK an. Die schriftliche Anmeldung kann auch in elektronischer Form erfolgen. Der Anmeldung sind Nachweise (Kopien) über das Vorliegen der Zulassungsvoraussetzungen beizufügen. Unter Berücksichtigung der Reihenfolge der eingegangenen Anmeldungen lädt die IHK die Prüfungsbewerber vor dem jeweiligen Prüfungstermin schriftlich zur Prüfung ein. Die schriftliche Einladung kann auch in elektronischer Form erfolgen. Spätestens bei Beginn der Prüfung hat der Prüfungsbewerber nachzuweisen, dass er die auf Grund der Gebührenordnung der IHK festgesetzte Prüfungsgebühr entrichtet hat.

Die nicht öffentlichen Prüfungen werden in Deutsch abgenommen. Vor Beginn der Prüfung wird die Identität der Teilnehmer festgestellt.

Die Dauer der Prüfung für die beschleunigte Grundqualifikation beträgt je nach Prüfungsart:

 

Beschleunigte Grundqualifikation

Prüfungsdauer in Minuten

Prüfungsart

Regelprüfung

Quereinsteiger

Umsteiger

Multiple-Choice-Fragen

45

30

22,5

Fragen mit direkter Antwort

45

30

22,5

Gesamtdauer:

90

60

45

Gegenstände der ausschließlich theoretischen Prüfung für den Güterkraftverkehr und den Personenverkehr sind Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Verbesserung des rationellen Fahrverhaltens auf der Grundlage der Sicherheitsregeln, Kenntnisse und Anwendung der sozialrechtlichen Rahmenbedingungen und der Vorschriften für den Kraftverkehr sowie in den Bereichen Gesundheit, Verkehrs- und Umweltsicherheit, Dienstleistung und Logistik.

Nach bestandener Prüfung trägt die IHK den Erwerb der beschleunigten Grundqualifikation in das Berufskraftfahrerqualifikationsregister nach § 14 BKrFQG ein. Bei nicht bestandener Prüfung erhält der Teilnehmer einen schriftlichen Bescheid der IHK über das Nichtbestehen der Prüfung. Der Bescheid ist mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen.

Bearbeitungsdauer

Gesetzlich ist nur die Dauer der verpflichtenden Unterrichtsteilnahme festgelegt. Im Übrigen obliegt es den Trägern der anerkannten Ausbildungsstätten für die beschleunigte Grundqualifikation, wie sie den Unterricht organisieren. Im Rahmen der fahrpraktischen Ausbildungen sind die Regelungen zur Höchstdauer des praktischen Fahrunterrichts nach § 12 Fahrlehrergesetz zu beachten.

Soweit Bedarf besteht, ist die zuständige IHK gesetzlich verpflichtet, mindestens einmal im Vierteljahr einen Prüfungstermin anzusetzen. Mit Zustimmung des Prüfungsteilnehmers ist ein Verweis an eine andere IHK möglich. Die IHK-Prüfung „Beschleunigte Grundqualifikation“ besteht aus einer 90 Minuten dauernden schriftlichen Prüfung.

Fristen

Die im Rechtsbehelf des IHK-Bescheids über das Nichtbestehen der Prüfung festgesetzte Frist ist zu beachten.

Hinweise (Besonderheiten)

Die im Rahmen der Vorbereitung auf die beschleunigte Grundqualifizierungsprüfung durchgeführte 10-stündige fahrpraktische Ausbildung ist nicht auf die danach zu absolvierenden Fahrstunden im Rahmen der Fahrausbildung anrechenbar.

Im Umfang von jeweils sieben Unterrichtseinheiten kann die nach Landesrecht zuständige Behörde andere abgeschlossene spezielle Ausbildungsmaßnahmen als Teil des Unterrichts anerkennen.

Dies sind: 

  • die Ausbildung gemäß der Richtlinie 2008/68/EG vom 24.09.2008 über die Beförderung gefährlicher Güter im Binnenland für Fahrzeugführer und
  • die Schulung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 vom 22.12.2004 über den Schutz von Tieren beim Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen.

Teilnehmer, deren Identität nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, dürfen an der IHK-Prüfung nicht teilnehmen.

Die IHK-Prüfung kann wiederholt werden.

Fachlich freigegeben durch

Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit M-V

Fachlich freigegeben am

23.08.2022