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Gneven

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1246 zurück.

Am 8. September 1608 wird Marquard Preen neuer Besitzer des Gutes, bietet es aber bereits neun Jahre später, 1617, dem Herzog Adolph Friedrich zum Kauf oder Tausch gegen das Dorf Witzin an. Die herzogliche Hoheit ist wohl auf den Handel nicht eingegangen, denn zwischen 1621 und 1624 muss Marquard Preen den Besitz mit mehreren Hypotheken belasten. Am 29. Januar 1643 wird das Gut für 1000 Reichstaler auf 15 Jahre verpfändet. 1659 gehört der Meierhof Petersberg zum Gut Gneven, bedingt durch die kargen Bodenverhältnisse spielt die Schafhaltung in dieser Gegend bis in unsere Zeit eine nicht unbedeutende Rolle. Bereits 1694 wird ein Schäfer namens Schoof erwähnt, der seine Pfennigsucher über die Trocken- bzw. Magerrasenhügel trieb.

Im 18. Jahrhundert wird das Gut mehrfach verkauft. 1701 verwirbt Christoph Johann Walburg das Gut für 7400 Reichstaler und am 23. Dezember 1705 wird ihm der Lehensbrief erteilt. Das Jahr 1703 ist gekennzeichnet durch Grenzstreitigkeiten zwischen Gneven, Godern und Petersberg. Am 21. Dezember 1705 wird eine Genehmigung zum Fällen von 400 Eichen in der Gnevenschen Holzung erteilt. Von wem und zu welchem Zweck ist dem Verfasser leider nicht bekannt.

Am 2. August 1708 verkauft C. J. Walburg das Gut nebst Jagdrevier an den Herrn Levin Ludwig Petersdorff, der für diesen Besitz am 24. Dezember 1708 dann auch den Lehensbrief erhält. 1734 wechselt das Gut wieder den Besitzer. Neuer Herr wird Christian Siegfried Bassewitz.

Am 2. und 3. Mai 1945 ist auch für Godern und Vorbeck der Krieg zu Ende, die Rote Armee ist da. Die Bodenreform, Enteignungen, die Zwangskollektivierung der bäuerlichen Wirtschaften (1952-1960) zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGen) bis hin zur Bildung der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) 1973 und der Zusammenschluss der LPGen Gneven und Langen Brütz 1974 prägen die Nachkriegsgeschichte.
Nach 1990 erfolgt die Rückführung von landwirtschaftlicher Nutzfläche wieder in Privateigentum und eine Agrarproduktivgenossenschaft (APG) gründet sich.

1993 hat die Gemeinde 97 Einwohner. Am 10. Januar 1994
erfolgt der 1. Spatenstich für ein neues attraktives Wohngebiet. Bereits ein Jahr später, 1995, ist die Einwohnerzahl auf 167 gestiegen.

Die kleine Gemeinde, abseits der großen Straßen und mit einer einmalig schönen Landschaft gesegnet, wird zunehmend zum Magnet für stressgeplagte Großstädter, Urlauber und Touristen. 52 Prozent des Territoriums sind von Wald bedeckt, darin eingebettet mehrere große und kleine verträumte Seen, deren Stille und Urwüchsigkeit Entspannung bieten, fröhlich stimmen und die Hektik unserer Zeit vergessen lassen.

Die Warnow, von Augustenhof kommend und bei Vorbeck die Gemeinde verlassend, gewinnt bei Wasserwanderern zunehmend an Beliebtheit und ist auch über die Grenzen Mecklenburgs bereits recht bekannt.

Einwohnerzahl:347 (31.12.2015)
Fläche:1.028 ha
Ortsteile:Gneven, Vorbeck
Bürgermeister:Herr Hubert Dierkes
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